[426c] First, then, the letter rho seems to me to be an instrument expressing all motion. We have not as yet said why motion has the name κίνησις; but it evidently should be ἴεσις, for in old times we did not employ eta, but epsilon. And the beginning of κίνησις is from κίειν, a foreign word equivalent to ἰέναι (go). So we should find that the ancient word corresponding to our modern form would be ἴεσις; but now by the employment of the foreign word κίειν, change of epsilon to eta, and the insertion of nu it has become κίνησις, though it ought to be κιείνεσις or εἶσις. [426d] And στάσις (rest) signifies the negation of motion, but is called στάσις for euphony. Well, the letter rho, as I was saying, appeared to be a fine instrument expressive of motion to the name-giver who wished to imitate rapidity, and he often applies it to motion. In the first place, in the words ῥεῖν (flow) and ῥοή (current) he imitates their rapidity by this letter, [426e] then in τρόμος (trembling) and in τρέχειν (run), and also in such words as κρούειν (strike), θραύειν (break), ἐρείκειν (rend), θρύπτειν (crush), κερματίζειν (crumble), ῥυμβεῖν (whirl), he expresses the action of them all chiefly by means of the letter rho; for he observed, I suppose, that the tongue is least at rest and most agitated in pronouncing this letter, and that is probably the reason why he employed it for these words. Iota again, he employs for everything subtle, which can most readily pass through all things. (tr. harold n. fowler, via)
20130410
20130319
[quoth] cesare pavese: gespräche mit leuko (dialoghi con leucò, 1947)
Wir verabscheuen all das, was ungeordnet, regellos, zufällig ist, und versuchen uns--auch im Stofflichen--zu beschränken, uns einen Rahmen zu geben, in einem abgeschlossenen Daseinsraum zu bleiben. Wir sind überzeugt, daß eine große Offenbarung nur aus dem hartnäckigen Beharren auf einer ebensolchen Schwierigkeit hervorgehen kann. Wir haben nichts gemein mit den Reisenden, den Experimentierern, den Abenteurern. Wir wissen, der sicherste--und rascheste--Weg zum Staunen ist der: unerschrocken immer den gleichen Gegenstand fest im Auge behalten. Auf einmal erscheint uns dann dieser Gegenstand wunderbar--so, als hätten wir ihn niemals gesehen.
20130316
[quoth] audio culture: readings in modern music--masami akita
In America, pornography is often viewed as vulgar and offensive--especially to women. Are you implying that Merzbow is for men?
No. I mean that pornography is the unconsciousness of sex. So, noise is the unconsciousness of music. It's completely misunderstood if Merzbow is music for men. Merzbow is not male or female. Merzbow is erotic like a car crash can be related to genital intercourse. The sound of Merzbow is like Orgone energy--the color of shiny silver. (60)
20130314
「無」
Обломов, wahrlich--die unüberwindbare ληθαργία. Der Leib liegt still in der Paralysis winterlicher Hibernation, während der Geist einem alten Traume anheim fällt. Ein frühlingsschwangerer Feldweg, an dessen Rande ich nach langem Fußmarsch einen einzelnen Apfelbaum in voller Blüte erblicke, unter dem ich mich, seinen großzügigen Schatten lobend, für einen Moment niederlasse, meine ermatteten Glieder zu erholen. Mit dem Zwecke der Besänftigung des immerzu unruhigen Gemüts, beginne ich, einen Kopfschmuck aus gesammelten Baldrian- und Lavendelstengeln zu flechten. Mangelnder Fokus lässt mich bald in grübelnden Stupor zurückfallen und erst spät macht mich der freundliche Gesang eines Distelfinks seiner Anwesenheit auf meinem Handrücken bewusst; und ehe ich mich seines Liedes dankbar erweisen kann, bricht er wieder auf zur gastlicheren Herberge der weiß-grünen Baumkrone; wie lang mag er bei mir gesessen und gewartet haben. Und weil schwer der Trübsinn mich selbst betäubt, entreiße ich dem Hals das Haupt, das rastlose, ehernem Zweifel ergebene, jenes unwegsame Labyrinth, dessen Irrwege ich nicht mehr ertrage, und lasse es unweit fallen auf einen Teppich wilder Mohnblumen. Da wanke ich dann, den warmen Wind auf meiner Haut, erfüllt von glückseliger Leere, mit den unbeholfenen Schritten, doch der unbeschädigten Gedankenlosigkeit eines jungen Kindes den seichten Anstieg gegen den blauen Horizont, der mich zuvor hat fast erblinden lassen; und immer wenn ich dann erwache, poche ich das Folgende auf deinen unvermutenden Rücken:
...- . .-. --.. . .. .... / -- .. .-. / -... .. - - .
...- . .-. --.. . .. .... / -- .. .-. / -... .. - - .
20130311
[quoth] roland barthes: das reich der zeichen (l'empire des signes, 1970)
So gründet die japanische Nahrung in einem System zurückgenommener Stofflichkeit (vom Klaren zum Teilbaren), in einem Beben des Signifikanten: Darin bestehen die elementaren Merkmale der Schrift, die auf einer Art Vibrieren der Sprache basiert, und so erscheint auch die japanische Nahrung: als eine geschriebene Nahrung, die sich den Teilungs- und Wegnahmegebärden verdankt, welche die Speise nicht auf der Tischfläche einschreiben [...], sondern in einem tief gestaffelten Raum, der in Abstufungen den Menschen, den Tisch und das Universum darbietet. Denn die Schrift ist genau jener Akt, welcher in derselben Arbeit vereint, was sich im ebenen Darstellungsraum allein nicht zusammenbringen ließe. [...]
Es besteht eine Konvergenz von Kleinheit und Eßbarkeit: Die Dinge sind klein nur, um gegessen zu werden; aber sie sind auch eßbar, damit sie ihr Wesen verwirklichen, und dies Wesen ist die Kleinheit. Der Einklang zwischen der östlichen Nahrung und dem Stäbchen kann nicht bloß funktioneller, instrumenteller Natur sein. Die Lebensmittel werden in kleine Stücke geschnitten, damit man sie mit den Stäbchen fassen kann; aber die Stäbchen sind auch deshalb da, weil die Lebensmittel in kleine Stücke geschnitten sind. Ein und dieselbe Bewegung, ein und dieselbe Form transzendieren hier den Stoff und dessen Werkzeug: die Zerteilung.
Die Stäbchen haben weit mehr Funktionen als jene, die Nahrung vom Teller zum Munde zu führen (ja, diese Funktion ist nicht einmal charakteristisch, denn dieselbe Aufgabe erfüllen auch Finger und Gabeln), und diese weiteren Funktionen sind ihnen eigentümlich. Zunächst einmal haben die Stäbchen--ihre Form sagt dies bereits zur Genüge--eine deiktische Funktion: Sie zeigen die Nahrung, bezeichnen das Stück und verleihen--durch die Auswahlgeste schlechthin, d.h. durch den Index--Existenz. Statt daß die Nahrungsaufnahme zu einer mechanischen Abfolge geriete, bei der man sich darauf beschränkte, die Bestandteile eines Gerichtes hinunterzuschlingen, bezeichnen die Stäbchen, was sie auswählen (wählen für den Augenblick dies und nicht das), und führen damit in den Nahrungsgebrauch zwar keine Ordnung, wohl aber Phantasie und so etwas wie Muße ein: in jedem Falle eine Tätigkeit, die nicht mehr mechanisch, sondern intelligent ist. Eine weitere Funktion des Stäbchenpaares liegt darin, das Stück Speise einzuklemmen (und nicht mehr fortzureißen, wie es unsere Gabeln tun) [...] In der Gebärde des Stäbchens, die durch dessen Material, Holz oder Lack, noch weiter gemildert wird, liegt etwas Mütterliches, die wohlbemessene Behutsamkeit, mit der man ein Kind aufnimmt; eine Kraft (im operativen Sinne des Wortes), kein Trieb. Darin liegt ein ganzes Verhalten gegenüber der Nahrung. Deutlich sieht man dies an den langen Stäbchen des Kochs, die nicht zum Essen dienen, sondern der Vorbereitung der Nahrungsmittel: niemals sticht, schneidet, spaltet, verletzt das Stäbchen, es hebt nur auf, es wendet und bewegt. Denn zum Zweck des Zerteilens (dritte Funktion) trennt, zergliedert und schnitzelt das Stäbchen, statt zu schneiden und zu reißen, wie es unser Besteck tut; es verletzt die Lebensmittel nicht: entweder entwirrt es sie vorsichtig (wie es bei Kräutern geschieht), oder es löst sie in ihre Bestandteile auf (wie man es mit Fisch und Aal macht), indem es nach den natürlichen Spalten des Stoffes sucht (darin dem bloßen Finger weit ähnlicher als dem Messer). Endlich--und das ist vielleicht seine schönste Funktion--führt das Stäbchenpaar die Nahrung: entweder gleitet es, wie zwei Hände gekreuzt, als Stütze und nicht mehr als Zange unter die Reisflocke und reicht sie, hebt sie zum Munde des Essers, oder es lässt den Nahrungsschnee (in einer dem ganzen Fernen Osten seit Jahrtausenden eigenen Gebärde) von der Schale zu den Lippen gleiten, etwa in der Art einer Schaufel. In all diesen Verwendungsweisen, in all den Gebärden, die sie mit sich bringen, stellt sich das Stäbchen im Gegensatz zu unserem Messer (und seinem räuberischen Ersatz, der Gabel): Das Stäbchen ist das Eßinstrument, das sich weigert zu schneiden, zu reißen, zu verstümmeln und zu stechen (sämtlich höchst begrenzte Gebärden, die in den Bereich der Zubereitung, in die Küche zurückgedrängt sind: Der Fischkoch, der den lebenden Aal vor unseren Augen enthäutet, exorziert in einem vorgängigen Opfer ein für allemal den Tod der Nahrung). Mit den Stäbchen ist die Nahrung nicht länger Beute, der man Gewalt antut (Fleisch, auf das man sich wild stürzt), sondern eine harmonisch verwandelte Substanz. Sie verwandeln den im Voraus zerteilten Stoff in Vogelfutter und den Reis in einen Milchstrom, mütterlich vollführen sie unermüdlich die Gebärde des Fütterns und überlassen unseren mit Messer und Gabel bewehrten Eßsitten die Gebärde des Beutemachens.
20121229
[quoth] borges: das unerbittliche gedächtnis (funes el memorioso, 1942)
Nach einem drückend schwülen Tag hatte ein ungeheures, schieferfarbenes Gewitter den Himmel verdeckt. Der Südwind trieb es voran--schon fingen die Bäume an, toll zu werden; ich fürchtete (ich hoffte), daß wir vom Wolkenbruch auf freiem Feld überrascht werden möchten. Wir liefen mit dem Gewitter gleichsam um die Wette.
tags:
feberdrøm om vinteren
20120603
[fetzen]
Als die Sanierungsarbeiten an einer Terrasse des Hauses, in dem ich vor kurzem eine neue Wohnung bezog, begannen, machte mich Schlaftrunkenheit für einen Moment glauben, ich hörte die metallenen Schläge, die industrielle Unbarmherzigkeit des Betrayal/Black Fairy-Themas aus Silent Hill 2.
20120518
[quoth] kurt singer: spiegel, schwert und edelstein
Bis auf den heutigen Tag ist einer der stärksten und spontansten Impulse der Japaner, sich zu verbergen, verhüllt zu bleiben und nicht nur alle Gedanken und Handlungen, sondern die ganze Person in eine wolkenhafte Undurchdringlichkeit zu tauchen. Nicht nur ihre Staatsweisheit lehrt, daß wirksame Herrschaft "hinter dem Vorhang" ausgeübt werden muß und der Machthaber unsichtbar bleiben sollte. Von allen chinesischen Lehren ist seit je den Japanern keine teurer gewesen als Laotses Lob des "gedämpften Glanzes, staubbedeckt" (Wako-dojin). [...] Es ist japanischer Stil, in der Prosa wie in der Dichtung mehr anzudeuten als auszusagen, mehr zu verschweigen als auszudrücken. [...] In jeder Geste des schlichten Alltags, im Stil der Unterhaltung, in der vorgeschriebenen Form, die eine Gabe erst zum Geschenk macht, erscheint es als dringendstes Bedürfnis, die rechte Weise zu finden, wie Dinge, Gedanken, Gefühle einzuhüllen sind. Wo immer der Alltag nicht von diesem ungeschriebenen Gesetz der Gesetze regiert wird, gerät das Verhalten leicht in Gefahr, ins Willkürliche und Unbeholfene, wenn nicht gar ins Unziemliche, Rohe und Abstoßende abzugleiten. Es ist, als ob dieses Volk, nicht zufrieden damit, in einem vielgebirgigen Inselreich zu wohnen, inmitten einer Unzahl von abgeschlossenen Tälern und Buchten, die ein natürliches Gitterwerk bilden und oft genug durch Wolken, Nebel und Regenwände der vollen Sichtbarkeit entzogen werden -- es ist, als ob dieses Volk von Anbeginn versucht hätte, in seiner gesellschaftlichen und kulturellen Lebensform und in seiner Haltung ein gesteigertes Bild seiner natürlichen Umgebung nachzuschaffen. Wohin sie auch gehen und was immer sie tun, die Japaner nehmen ein Gitterwerk von Wänden, Zäunen, Netzen, Nebelwolken mit sich: Dies ist wohl der tiefere Sinn ihres Festhaltens an Zeremonie und Tabu. [...] Haben wir es mit einer natürlichen Reaktion asiatischer Völker auf einer späteren Entwicklungsstufe zu tun, wo unter dem Druck fortlebender, doch nicht mehr alleingültiger Bindungen an das Kollektiv im einzelnen Menschen ein triebhaftes Verlangen nach Einsamkeit, Zurückgezogenheit, Ungreifbarkeit erwachsen ist? Sind vielleicht die Menschen des Ostens [...] der Weisheit der Natur näher, die nach einem Wort des jungen Nietzsche jedes Lebewesen mit einer Schutzhülle von Dunkelheit umgibt, ohne die es nicht wachsen und gedeihen kann? In gleißendem Licht entsteht kein Leben. Diese Lehre haben die fortgeschrittensten Nationen des Westens noch immer zu lernen oder wiederzulernen.
20120408
[quoth] matthew 6:34
μη ουν μεριμνησητε εις την αυριον η γαρ αυριον μεριμνησει εαυτης αρκετον τη ημερα η κακια αυτης
Take therefore no thought for the morrow: for the morrow shall take thought for the things of itself. Sufficient unto the day is the evil thereof.
Take therefore no thought for the morrow: for the morrow shall take thought for the things of itself. Sufficient unto the day is the evil thereof.
tags:
schwarzsehen
20120401
[τόπος] Αρχαία Ελλάδα
In quiet admiration for the Greece of yore, which may have
been my chosen plane of existence had I not been
dumped, involuntarily, into this loud, stinking cesspool of postindustrial technocracy, confronted with the
continuous downward spiral it seemed to have inspired in mankind.
Es wird ewig der Ruhm des Alterthums seyn, dass es Viel mit Wenigem that. Die Geschichte des ungleichen Kampfes bei Marathon, und jener unsterblichen Dreihundert, deren Untergang ein Sieg war, wiederholt sich in unzähligen Erscheinungen der alten Welt. Die einfache Organisation ihrer Staaten, die so Grosses ausführten; die anspruchslose Einrichtung ihrer Gedichte, die so mächtig wirken; die stille Ruhe ihrer Kunstwerke, die so laut zur Seele spricht; überall finden wir jene weise Sparsamkeit, die dem grossen Genius der Natur abgelernt scheint, und eben darum das untrüglichste Kennzeichen der Genialität ist.¹
More importantly though, I intend this paean,
if you will, to serve as an exposition to a series of postings in which
we'll be looking at certain (mostly) imagined, fictional places² (τόποι) that had a profound effect on me because of their concepts,
look and/or atmosphere. The foremost purpose of my writing about them is
to act
as a preservative for my memories, and through
reflection, to brush off the dust which at times threatens to obscure
their clarity; there's a lot of defocussing pollution in this world, you see.
In a way, it's about exemplifying the notion of psychogeography (my conception of it, anyway, which may deviate from the official understanding of the term), the curious effect that places can have on the human psyche: the serene veneration inspired by the remains of ancient Greek civilization—or the unease brought about by modern industrial complexes. Actually, calling it psychotopography seems somewhat more adequate since we'll be less concerned about geos, but rather fictional spaces, as described in literature and visualized in videogames. They are tales of psychotopography, of spaces which I have fairly clear images of in my mind and which evoke peculiar sentiments. Not entirely due to a general lack of eloquence then, I shan't ever be able to communicate them sufficiently, because they pertain to me, exclusively, as ideas and memories, which are always subjective, even if shared collectively by several people, such is the case with history.
In a way, it's about exemplifying the notion of psychogeography (my conception of it, anyway, which may deviate from the official understanding of the term), the curious effect that places can have on the human psyche: the serene veneration inspired by the remains of ancient Greek civilization—or the unease brought about by modern industrial complexes. Actually, calling it psychotopography seems somewhat more adequate since we'll be less concerned about geos, but rather fictional spaces, as described in literature and visualized in videogames. They are tales of psychotopography, of spaces which I have fairly clear images of in my mind and which evoke peculiar sentiments. Not entirely due to a general lack of eloquence then, I shan't ever be able to communicate them sufficiently, because they pertain to me, exclusively, as ideas and memories, which are always subjective, even if shared collectively by several people, such is the case with history.
¹ Friedrich Jacobs, Vermischte Schriften Theil 3. p. 528 sq. (via)
² Places that I'm considering: Library of Babel, the Circular Ruins (Borges); the glitch house in Beyond (Animatrix), potentially in juxtaposition with the setting of Murakami's shortstory The Wind-up Bird and Tuesday's Women; the Tower, the mansion in Helston/Heled (Realms of the Haunting); Tower of Latria (Demon's Souls); Atrium (Mirror's Edge); the Art Nouveau city in Labirynt (Lenica); the Gothic, European setting of Angel's Egg; the contemporary Japanese city being infiltrated by the Wired (Serial Experiments Lain)
tags:
τόπος
[φόβος] björk: homogenic
[Perseus] told how there was a cave lying below the frozen slopes of Atlas, safely hidden in its solid mass. At the entrance to this place the sisters lived, the Graeae, daughters of Phorcys, similar in appearance, sharing only one eye between them. He removed it, cleverly, and stealthily, cunningly substituting his own hand while they were passing it from one to another. Far from there, by hidden tracks, and through rocks bristling with shaggy trees, he reached the place where the Gorgons lived. In the fields and along the paths, here and there, he saw the shapes of men and animals changed from their natures to hard stone by Medusa’s gaze. Nevertheless he had himself looked at the dread form of Medusa reflected in a circular shield of polished bronze that he carried on his left arm. And while a deep sleep held the snakes and herself, he struck her head from her neck. And the swift winged horse Pegasus and his brother the warrior Chrysaor, were born from their mother’s blood.[1]
Es lieg' am frostigen Atlas, sagt [Perseus], ein Ort, durch Mauern umschanzender Blöcke gesichert; wo, in des Tals Eingang, zwo Schwestern gewohnt, die Phorkiden, beide des einzelnen Augs teilnehmende; dieses, indem sie wechselten, hab' er geheim, durch täuschenden Trug sie belistend, mit vorgreifender Hand sich geraubt. Dann fern durch entlegnes, unwegsames Geklüft, und von Waldungen starrende Felsen, hab' er den Sitz der Gorgonen erreicht, und umher in den Feldern und an den Wegen geschaut der Menschen Gebild', und der Tiere, welche zu Stein aus beseelten der Anblick schuf der Medusa. Aber er selbst, an der Linken mit schrecklichem Schilde gewappnet, hab' in dem spiegelnden Erz die Gestalt der Medusa geschauet; und weil schwer der Schlummer sie selbst und die Schlangen betäubte, hab' er dem Hals entrissen das Haupt; daß, mit Fittichen fliegend, Pegasos, samt dem Bruder, vom Blut der Erzeugerin aufwuchs.[2]
1 Ovid: Metamorphoses, Bk. IV 771-785 (tr. A. S. Kline)↩
2 Ovid: Verwandlungen, Buch IV 772-786 (tr. J. H. Voß)↩
20120311
20111104
Ich hatte mich leer geweint, so sehr, daß mir der Kopf schmerzte. Das hatte zweifelsohne den Anstieg des Wasserspiegels zur Folge, aber mein Herz schien um mehrere Unzen seiner sonst beträchtlichen Rohmasse erleichtert und ich trieb eine Zeit lang in postnataler Erschöpfung an der Oberfläche. Die Allee an der gegenüberliegenden Uferseite stand nun in voller Blüte. Die Zikaden zirpten laut. Für einen Moment meinte ich, eine vertraute Gestalt von ihrem Sitzplatz unter dem vordersten Apfelbaum hochschnellen zu sehen. Doch ganz plötzlich wandte sich meine Aufmerksamkeit einem unheilvollen Geräusch zu, dessen Quelle einer der zahllosen Strudel des Teichs war. Wieder war ich zu unachtsam gewesen und erneut würde mein Leib in die Tiefe gerissen und ertränkt in schwarzer Galle.
tags:
an jemanden,
hirnscheisze
20111009
A rare incident in contemporary television, I just saw an interesting documentary on Juliette Binoche, shown as a sort of addendum to the elevating Chocolat. I have an envious, but great admiration for that fixation on creating, the will to bravely parry and riposte the catastrophe of death/nothingness. I feel like I've been failing miserably in this regard for the past months, having descended into ληθαργία in the age of redundance where everyone wants to be seen and appreciated. I can only hope that brighter days will follow and I regain some courage to write again. Off now to play a bit of Dark Souls, in which I will die frequently, in some way relieving death of its weight.
20110804
20110726
20110721
[redux] ariadne
Entering Hades, with small steps as if in a thunderstorm, bucket of black bile in hand, skimmed during a period of excess melankholia. Afar, the loom of the damnable mirror. When close enough and with averted eyes lest to look inside, she spatters the bucket's content at the mirror, dashes off, and emerges, unseen.
tags:
hirnscheisze,
skizze
Subscribe to:
Posts (Atom)




